1. Oktober 2020

Ahnenforschung Teil 3 – DNA Test ein Erfahrungsbericht

geralt / Pixabay

Ich habe so einen DNA Test zur Ahnenforschung gemacht und möchte euch von meinen Erfahrungen damit berichten.

Das Set habe ich, wie wahrscheinlich viele andere auch, geschenkt bekommen. Diese Sets gibt es, im Angebot meist so um die 50-60€, bei den großen Anbietern anchestry, MyHeritage, 23andME, Living DNA usw.

Ich habe einen DNA Test von MyHeritage bekommen.
Erst habe ich gezweifelt ob ich so einen Test wirklich machen soll, man weiß ja nie wer der Daten bekommt.
Auf der anderen Seite wissen die Schufa, Google und Facebook wahrscheinlich mehr über mich und welche Krankheiten ich gegoogelt habe, als ein DNA Test Anbieter, wenn ich den DNA Test anonym mache.
Also so anonym wie es eben geht, bei einem persönlichen Merkmal wie der DNA.
Bei MyHeritage enthält der Test 2 Wattestäbchen, welche man einmal über die Wagenschleimhaut reibt und dann in Glasröhrchen verpackt an eine Adresse in Berlin schickt.
Von dort aus werden sie zur Analyse in ein Labor in den USA weiter versendet.
Man braucht keine Namen oder Adressen angeben, auf den Glasröhrchen ist eine Kit-Nummer die man auf der MyHeritage Seite mit einer einer Email-Adresse registriert und fertig.
In den Datenschutzeinstellugen bei MyHeritage, kann man genau einstellen was sie mit der Probe machen dürfen, also ob sie die anonym auswerten dürfen, anderen Usern anzeigen u.s.w.
Außerdem kann man seine Daten und die DNA Probe vernichten lassen, wenn man das möchte.
Ich habe erstmal zumindest überall den Haken raus gemacht. Ob sie sich daran halten, ob die CIA oder andere darauf Zugriff haben, dass weiß man natürlich nicht genau. Ein Restrisiko besteht, ich bin aber nicht paranoid.

Nach dem Losschicken dauert es ca. 4 Wochen bis man die e-mail erhält, dass der Test fertig ist. Bei mir waren es sogar nur 3 Wochen von Versand bis zum Ergebnis.
Während der Wartezeit erhält man Updates was gerade mit der eigenen DNA Probe passiert.

Ich bin zu 2,5% Orientale?

Ergebnis meiner Herkunftsanalyse

Dann waren die Testergebnisse da und oh wunder, ich bin zu 97,5% Europäer und zu 2,5% aus dem mittleren Osten. Die Genaue Zusammensetzung seht Ihr auf dem Bild.
Ich kann meinen Stammbaum bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen und habe ausschließlich deutsche Vorfahren. Das gilt zumindest in direkter Linie aber ein Strang wohnt ziemlich
nah an der Grenze zu Tschechien. Jetzt weiß man jedoch nicht, wie weit dieser Test in die Vergangenheit zurückgreift. Wenn das Ergebnis auf Grundlage der Mutationen der letzten 10.000 Jahre berechnet wurde, dann kann das natürlich alles so so passen.

Über 1800 Verwandte gefunden.

Dann habe ich auf der Seite die Matches verglichen. Matches sind andere Personen, welche auch den DNA Test gemacht haben und die mit mir übereinstimmende DNA haben. Das waren in meinem Fall ca. 1800 Personen, worüber ich zunächst erstaunt war.

Dazu muss man wissen, dass die Länge der DNA wird in cM gemessen wird, was für CentiMorganen steht. Die Verteilung der gemeinsamen DNA sieht etwa so aus:

Identischer Zwilling: 7000cM
Eltern: 3350 – 3600 cM
Vollgeschwister: 2300 – 2900cM
Großeltern und Tanten / Onkel: 1300 – 2200 cM
Cousinen und Cousins ersten Grades: 600 – 1200cM
usw.  wobei die Werte, durch die Zufallsverteilung bei der Vererbung, abweichen können.

Der unterste Wert bei dem noch zu 99,99% ein gemeinsamer Vorfahre existiert sind etwa 15cM. Bei 15cM kann der allerdings von 3 bis hin zu 12 Generationen zurückliegen.
Bei Werten darunter, können es auch zufällige Treffer sein. Das kommt wohl daher da DNA Abschnitte unter 10cM nicht mehr so häufig mutieren.

Naja zurück zum Thema, der höchste Match bei mir hat mit mir noch 40cM gemeinsame DNA und bei Werten über 15cM sind es insgesamt noch ca. 50 Matches.
Das relativiert das Ergebnis von 1800 Personen natürlich etwas.
Die kann man jetzt noch nach Ländern sortieren und sofern die Personen ihren Namen angegeben haben, oder einen Stammbaum angelegt haben kann man auch danach sortieren. Gegen Bezahlung gibt es natürlich noch mehr Services.

Ich habe etwas in den Matches herum gesucht und 2 Personen gefunden, welche mit mir gemeinsame Vorfahren haben. Zwar liegen diese in meinem Fall jeweils 6 Generationen zurück, aber das hat mich doch gewundert.
Ich war davon ausgegangen, dass es eher ein Spaß Test ist, den in Europa eh keiner macht und der mir Hokus Pokuswerte über die ethnische Abstammung liefert. Das ich mit dem Test wirklich (wenn auch sehr weit entfernte) Verwandte zu finde, hätte ich nicht gedacht.

 

Weitere Forschung

Also dann habe ich meine DNA Rohdaten heruntergeladen und auf der Seite gedmatch.com hochgeladen. Das ist eine Seite auf der man kostenlos die DNA Daten der verschiedenen Anbieter hochladen und so über Anbietergrenzen hinweg, vergleichen kann.

MorningbirdPhoto / Pixabay

Vom Matchergebnis sah es dort so ähnlich aus wie auf MyHeritage.

Auf der Seite ist es allerdings einiges schwieriger über den Gentest hinaus zu vergleichen, da viele dort nur mit einem Pseudonym angemeldet sind, keinen Stammbaum hinterlegt haben und nur per e-mail Adresse zu kontaktieren sind. Dafür gibt es dort aber kostenlose Tools um die Gene zu vergleichen, auch mit mehreren und sich das Ganze optisch darstellen zu lassen.

Jetzt wo ich den Test gemacht habe, möchte ich am liebsten noch viel mehr wissen. Leider kann man (zumindest bei dem Test von MyHeritage), z.B. nicht genau sagen, ob die Matches von der Väterlichen oder der Mütterlichen Seite kommen. Dazu müsste zumindest einer der beiden Elternteile einen Test machen, dann könnte man die Ergebnisse eingrenzen und wäre zudem eine Generation näher aneinander.

Ich habe sogar gesehen, dass man jetzt auch DNA von Briefmarken und Kuverts analysieren lassen kann und so z.B. DNA Proben längst verstorbener Großeltern oder Urgroßeltern bekommen kann.
Das Ganze ist hochinteressant, doch neben ethischen Bedenken, gibt es derzeit dafür nur wenige kleine Anbieter und die auch nur im Ausland. Da liegt man dann nicht mehr bei 60€ sondern eher bei 600€ pro Probe. Die großen Anbieter planen jedoch in nächster Zeit auch in dem Gebiet einzusteigen. Spätestens dann werden sich die Preise sicher noch weiter nach unten bewegen. Mal sehen was so passiert.

Habt Ihr auch schon so einen DNA Test gemacht? Ich freue mich auf euer Kommentar dazu.

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.