1. Oktober 2020

Ahnenforschung Teil 2 – Quellen für die Ahnenforschung

Wie im letzten Beitrag versprochen, möchte ich heute etwas auf die Quellen für die Ahnenforschung eingehen und euch Tipps geben wo ihr vielleicht gute Hinweise findet.

Natürlich gibt es jede Menge Ahnenforschungseiten im Netz wo Ihr in von anderen Leuten angelegten Stammbäumen suchen könnt. Darauf will ich hier aber gar nicht eingehen sondern ich möchte etwas über die Primärquellen schreiben.

Bei der Familie anfangen.

 

Die Erste Anlaufstelle sind natürlich die Familie und alle eigene Unterlagen.

So schnell und einfach kommt man sonst nie an zuverlässige Daten.
Oft erinnert sich noch jemand in der Familie an ein paar Namen, hat selber schon mal geforscht oder hat noch einen Brief oder ein Dokument, Familienbuch einen alten Ahnenpass oder sonst etwas was einem weiterhilft.

Wenn die Eltern sich nicht erinnern wie die Uroma mit Mädchennamen hieß, weiß es vielleicht eure Tante oder der Onkel von eurem Vater.

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Oft stehen auch auf der Rückseite von Fotos Namen und Daten. Wurde das Foto z.B. bei einer goldenen Hochzeit, Geburtstag oder etwas ähnlichem aufgenommen, kann es sofort oder später helfen, Daten auszuschließen oder zuzuordnen.

 

Personenstandsregister

 

Beim Standesamt

briannad26 / Pixabay

Für die jüngere Zeit sind die Personenstandsregister der Standesämter eine zuverlässige Quelle. Die gibt es in Preußen seit 1874 und im Rest von Deutschland seit 1876

Die Register unterliegen gewissen Schutzfristen. Innerhalb dieser Frist, liegen sie beim zuständigen Standesamt und können nur von einem begrenzten Personenkreis benutzt werden.

Für das Geburtsregister sind das 110 Jahre, für das Eheregister 80 Jahre und für das Sterberegister 30 Jahre.

Während dieser Zeit können nur Vorfahren, Ehepartner und Kinder und deren Kinder in gerader Linie  (Abkömmlinge) die Register einsehen und Urkunden, Kopien oder Auskünfte daraus erhalten.

Folgende Informationen sind meistens in den Registern eingetragen.

 

Geburtsregister:  Name, Geburtsdatum und Ort, Namen und alter der Mutter, meist auch der Name des Vaters, sowie Geburtsort.

Manchmal ist auch ein Hochzeits oder Sterbedatum als Zusatzeintrag am Seitenrand mit Datum, Gemeinde und der Registernummer des Eintrags, eingestempelt oder geschrieben.

Eheregister: Namen mit Geburtsdaten, Wonhsitz,  der Eheleute, das Hochzeitsdatum natürlich.
Die Namen und meist auch Wohnorte der Eltern von beiden. Die Namen und Wohnorte der Trauzeugen sowie die Unterschriften von den Eheleuten und den Trauzeugen.

Manchmal sind hier Geburtsdaten von Kindern, mit Geburtsdatum, Gemeinde und Registernummer des Eintrags am Seitenrand eingestempelt.  Auch Hinweise auf den Tod eines der Ehepartner oder angenommene Kinder werden hier manchmal eingetragen.

Sterberegister:

Sterbe und Geburtsdatum und Orte

Name des letzten Ehepartners

Bei manchen Einträgen Todesursache (je nach alter der Eintrags)

Auch hier gibt es manchmal Einträge am Seitenrand mit Querverweisen zum Geburtsregister oder Eheregister.

Alle Register

Auch Berufe stehen meist mit in den Registern es kommt auf die Zeit an aus der sie stammen.

Manchmal gibt es darüber hinaus auch Eintragungen z.B. über Namensänderungen (Juden mussten z.B. im Nationalsozialismus spezielle Namenszusätze tragen die die danach wieder ablegen dürften.)

Und zu den Registern gibt es manchmal noch Zusatzakten sogenannte Belegakten oder Sammelakten.
Das sind die Akten die von den Standesämtern zu den Einträgen gemacht worden sind.

Bei einer Hochzeit z.B. die Verhandlung über die Eheschließung, das Aufgebot, Taufe oder Geburtsurkunden, Bescheinigungen des Arbeitgebers oder des Militärs, Informationen zu früheren Ehen usw.  Beim Sterberegister sind es Krankenhaus oder militärische Akten.

Das richtige Standesamt zu finden ist oft gar nicht leicht aber die Standesbeamten sind meist sehr kundig. Da es ja Teil Ihrer Arbeit ist, diese Register zu führen und zu pflegen, können sie einem oft gute Tipps geben.

Im Stadtarchiv

Pexels / Pixabay

Ist die Schutzfrist abgelaufen, werden die Register in der Regel an das zuständige Archiv in der Gemeinde abgegeben.

Die Zweitschriften der Register gehen je nach Bundesland teilweise an die Landesarchive oder verbleiben bei der Stelle die sie führen.

In welchem Archiv genau die entsprechenden Akten liegen, ist leider nicht einheitlich geregelt sondern in jedem Bundesland unterschiedlich.

Gerade bei kleineren Gemeinden die es nicht mehr gibt oder die zusammengelegt worden sind, muss man viel suchen bis man das richtige Archiv gefunden hat. In größeren Städten ist das meist kein Problem.

Eine große Hilfe für die Suche nach der richten Anlaufstelle ist die Seite GenWiki

Wenn Ihr dort bei der Suche den Ort eingebt, findet ihr meist ziemlich viele Informationen zur Ortsgeschichte und den zuständigen Archiven.

Hat man das richtige Archiv gefunden muss man herausfinden ob man es „benutzen“ kann.

Damit ist einfach gemeint, ob man da hin fahren kann und sich die Akten selber angucken kann.

In großen Archiven ist das meist kein Problem. Man fährt innerhalb der Öffnungszeiten hin und bestellt die gewünschten Personenstandsregister Jahrgangsweise aus dem Magazin.
Infos zum Inhalt der Register habe ich ja oben schon gegeben.

Dann kann man sich die gewünschten Informationen heraussuchen und wenn erlaubt auch fotografieren.

Tipp: Wenn ihr persönlich in einem Archiv seid, fragt auf jeden Fall nach, ob es Melderegister, Meldekarten oder Hausbücher aus der Zeit gibt.
Diese sind meistens nicht für die eigene Benutzung freigegeben aber wenn die Schutzfrist abgelaufen ist, erhaltet ihr Kopien der Einträge die eure Famile Betreffen oder dürft diese zumindest einsehen. Diese Infos sind sehr Ergiebig, da sie Informationen zu allen Personen die unter einer Adresse gemeldet waren beinhalten, also alle die dort wohnten. Informationen in gerader Linie findet man in den Personenstandsregistern, aber Informationen zu Kindern sind dort oft nicht vorhanden. Im Melderegister hingegen stehen alle die z.B. in einem Haus je gemeldet waren, mit Geburtsdatum, von wo und wann sie hergezogen sind und wann sie weggezogen oder gestorben sind.
Wenn jetzt z.B. eure ururur Großeltern 7 Kinder hatten und außerdem noch eine Mutter mit in dem Haus gepflegt wurde, erfahrt Ihr all deren Daten auf einen Blick.

Wenn man das Archiv nicht nutzen kann, da es nicht für Besucherverkehr ausgelegt ist, oder nur aus einer Abteilung in der Gemeindeverwaltung besteht, kann man Kopien der gewünschten Registereinträge bestellen. Das kostet leider meistens Gebühren ca. zwischen 10€ und 30€ je nach Aufwand.

 

Kirchenbücher

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Halleluja so jetzt zu der Zeit vor 1876 hier sind die Kirchenbücher die Quelle der ersten Wahl.
(Die Kirchenbücher haben in etwa die selben Schutzfristen wie die Register also könnt Ihr euch vor 1874 aussuchen ob Ihr lieber im Stadtarchiv oder im Kirchenbuch sucht aber vor 1874 gab es keine Personenstandsregister.)

Es ist hilfreich wenn man altdeutsche Schriften lesen kann aber man muss es nicht unbedingt gut können. Es fängt meist mit normaler Druckschrift an und je weiter man zurück geht, je schwieriger wird es zu lesen. Dann hilft es z.b. den gesuchten Namen in einen Schriftgenerator einzugeben und dann nach ähnlich aussehenden Einträgen zu suchen. Oder man legt sich das Süterlin ABC daneben, vergleicht und sucht eher nach Daten als nach Namen.

Für die evangelische Kirche gibt es auf der Plattform archion fast alle, nicht mehr dem Datenschutz unterliegenden, Kirchenbücher digitalisiert. Gegen eine Gebühr kann man sie alle bequem von Zuhause aus ansehen.

Für die katholische Kirche hat ein ähnliches Projekt gestartet, allerdings sind dort bisher nicht alle und vor allem wenige bayrische Bistümer vertreten.
Die Unterlagen kann man hier eher in den verschiedenen Diazösen Archiven oder den Kirchen direkt einsehen. Hier ist es also etwas schwerer an Informationen zu kommen.

Bei beiden den evangelischen und katholischen Kirchenbüchern hat familysearch die wohl umfangreichste Sammlung online. Den die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ (Mormonen), die diese Seite betreibt, hat schon früh damit begonnen sämtliche Kirchenbücher Deutschlands zu kopieren und zu Transkribieren.

Die Transkription davon ist frei zugänglich, allerdings muss man sich hier darauf verlassen, dass derjenige der die Transkription angefertigt hat auch alles richtig gelesen und abgetippt hat. Zudem fehlen oft weitergehende Informationen.
Ich nutze die Seite sehr gerne um schnell Anhaltspunkte zu finden, die ich dann im Original nochmal prüfe.

Andere Quellen

Dann gibt es auch noch einige weniger bekannte Quellen für die Ahnenforschung

Wie zum Beispiel Seiten die sich damit beschäftigen Millionen von Grabsteinen abzufotografieren und die Daten ins Netz zu stellen oder Totenzettelsammlungen und Todesanzeigen.

Hierüber findet man zum Beispiel auf GenWiki wieder eine super Übersicht mit zahlreichen Links.

josevigi / Pixabay

So eigentlich wollte ich zu jeder Quelle nur 3-4 Sätze schreiben aber das ist nicht machbar.

 

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